MELTING POT

Zwischen Erdölboom, kaukasisch-orientalischer Tradition, modernem Selbstverständnis und post-sozialistischen Erbe zeigt diese Ausstellung eine Fotoschau aus Aserbaidschan; einem Land, das sich gern als Brücke zwischen Ost und West sieht. Die beteiligten Künstler Chingiz Babajew, Sevinj Aslanova und Fakhriyya Mammadova verstehen es, die vielen Gegensätze auf ironische und leicht provokante Weise zu dokumentieren. Die Bilder atmen dabei eine nüchterne Ästhetik jenseits von Kitsch und Romantik. Kein Märchen aus Tausend und einer Nacht – sondern Bilder aus einem ganz realen Land. Die Ausstellung kann noch bis zum 03.11.2013 in der Galerie NEUE OSTEN besichtigt werden.

Die zwei Fotografinnen Ludmilla Pogodina (Berlin/Minsk) und Julia Vishnevetskaja (Moskau) legen mit weiblichem Einfühlungsvermögen ihren Fokus auf soziale Phänomene, die fernab der staatlich verordneten Schemen in Belarus und Russland existieren. Julia Vishnevetskaja hat mit fotojournalistischem Eifer Menschen in materieller und geistiger Armut in der vielleicht teuersten Stadt Europas entdeckt. Anstatt sie als verwahrloste Opfer darzustellen, gelingt es ihr aber, ihnen etwas Wärmendes und Lächelndes zu entlocken. Ludmilla Pogodina, die zwischen Minsk und Berlin pendelt, interessiert sich speziell für Jugend- und Musikkultur. Interessant ist hier vor allem der Vergleich zwischen ihren beiden Domizilen. Während in Berlin ein Überangebot um die große Schar der Studenten, Azubis u.ä. werben muss, findet Jugend- und Musikkultur in Minsk im Underground statt. Hier ist’s zwar nicht so entspannt wie in Berlin, aber dafür motivieren staatliche Arroganz und alltägliche Tristesse die Menschen zu höchstem Engagement.


Kurator und Fotograf Matthias Schumann und die russische, in Dresden lebende Künstlerin und Laudatorin Elena Pagel werden am Freitag, den 3.5.2013 zusammen mit den beiden Fotografinnen die Ausstellung eröffnen. Damit geben wir zugleich den Startschuss für unsere Reihe „engaged.eu“, die zu großen Teilen in der Ausstellung stattfinden wird, so dass die Fotografien auch in den folgenden Tagen von vielen Besuchern wahrgenommen werden.

Die Veranstaltung wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission und des Freistaates Sachsen finanziert.